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„Zu Ende bringen, was ich angefangen habe“:
Darum will Hartmut Krause erneut Eilsens Bürgermeister werden

EILSEN. Es herrscht idyllische Ruhe im Bad Eilsener Kurpark. Bäume spenden kühlenden Schatten auf dem Platz neben der Musikmuschel. Wo sonst Musik ertönt, ist nur das Singen von Vögeln zu hören - bis plötzlich ein Sandsäckchen durch die Luft fliegt und mit einem Platschen auf einem Holzbrett landet.

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Foto: Antonia Abs

Hartmut Krause lacht herzlich. Der aktuelle Bürgermeister der Samtgemeinde Eilsen nimmt das Cornhole-Spiel locker. Von der kleinen Niederlage lässt er sich nicht unterkriegen und startet direkt den nächsten Versuch. So auch zur kommenden Kommunalwahl: Der 60-Jährige stellt sich abermals parteilos, mit Unterstützung der CDU und der Wählergemeinschaft Buchholz, zum zweiten und letzten Mal zur Wahl. Warum Krause weitermachen will und wie er seine begrenzte Freizeit verbringt, verrät er bei einer Partie Cornhole.

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Vom Kartentisch an den Herd

​Eigentlich hat Krause reichlich Spielerfahrung, mit Cornhole allerdings nicht allzu sehr. Immer wieder trifft der Bürgermeister das Holzbrett, bleibt dabei ganz entspannt. „Ich gewinne zwar gerne, aber das ist kein Muss“, erzählt der 60-Jährige. Generell spiele er nicht, um zu gewinnen. 

Das zeigt sich auch bei den regelmäßigen Spieleabenden mit seiner Frau, den beiden Töchtern und dem Schwiegersohn in spe: „Wir spielen sehr oft Kartenspiele“, erklärt er. Von Skipbo bis Rommé sei alles dabei. „Wir führen eine Liste mit Punktzahlen und vergleichen am Ende des Jahres, wer die meisten Spiele gewonnen hat.“ Und was bekommt der Sieger, dieser Familien-Liga? „Gar nichts“, stellt Krause fest und lacht. Es ginge bei den Spieleabenden um das Zusammensein. 

Wenn Krause nicht mit seiner Familie spielt, dann schwingt er für sie den Kochlöffel: „Früher war ich Schichtarbeiter und habe immer für alle Mittagessen gekocht“, blickt der Familienvater zurück. Heute kocht er noch immer gerne, allerdings nur, wenn der Terminkalender es zulässt. Rinderrouladen und Schnitzel gehören dabei zu seinem klassischen Repertoire. „Die Zutaten kaufe ich gerne auf dem Wochenmarkt“, erzählt er. „Aber dafür ist nur am Wochenende Zeit.“

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Zwischen Fußballplatz und Theatersaal

Ansonsten füllt Krause seine Wochenenden mit seiner zweiten Leidenschaft: dem Fußball. Seit Jahren ist der Bürgermeister eingefleischter Fan des TSV Steinbergen. „Ich bin jedes Wochenende mit meinen Töchtern auf dem Sportplatz.“ Während Krause dies erzählt, hat sich mittlerweile eine Mauer vor dem Loch gebildet, die an einen Freistoß erinnert. Ein Highlight der Sportplatzbesuche sei für Krause die Bratwurst. „Ich mag sie hellbraun“, gibt er zu. „Die wollen sie mir aber meistens nicht geben.“ Da muss der Bürgermeister lachen.

Seine Frau könne dem Fußball nichts abgewinnen, deswegen gehe das Ehepaar Krause als „Ausgleich“, wie der Bürgermeister es bezeichnet, auch oft ins Theater oder auf Veranstaltungen. Dafür führt es sie auch mal nach Bückeburg, Rinteln oder Obernkirchen, die allesamt aus Bad Eilsen gut zu erreichen sind. Aber auch nach Hameln zieht es Krause oft. Besonders über die Theateraufführungen kommt er ins Schwärmen: „Was die Schauspieler da leisten, ist beeindruckend.“ Besonders, da die Schauspielerei für viele von ihnen nur ein Hobby sei.

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Das „Mammutprojekt“ zu Ende bringen

Ihm selbst bleibt als aktuellem Bürgermeister neben Gesellschaftsspielen, Kochen und Fußballgucken mit all seinen Verpflichtungen jedoch kaum Zeit für weitere Hobbys. Wenn das Bürgermeisteramt so viel Zeit einnimmt, warum stellt Krause sich dann erneut zur Wahl? „Ich will zu Ende bringen, was ich angefangen habe“, erklärt der 60-Jährige. „Aber das wird das letzte Mal sein.“ Krause hält nichts von alten Politikern, die krampfhaft an ihrem Amt festhalten. 

Vieles sei in seiner letzten Amtszeit ins Rollen gekommen. Besonders wichtig sei ihm jedoch das „Mammutprojekt“ Ganztagsschule. Diese sei ein großer, aber notwendiger Kostenpunkt seiner letzten, und hoffentlich kommenden, Amtszeit. „Es standen und stehen uns viele Pflichtaufgaben bevor“, stellt Krause fest. „Leider ohne große Unterstützung vom Kreis, Land oder Bund.“

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Der Status von Eilsen als Samtgemeinde sei dabei recht problematisch: „Wir müssen viel Geld ausgeben, aber können keines einnehmen.“ Denn die Samtsgemeinde ist unter anderem für Schulen, Kindergärten und Straßen verantwortlich. Gleichzeitig könne sie jedoch, etwa durch kostenpflichtiges Parken, kein Geld erwirtschaften, da die Parkplätze den jeweiligen Mitgliedsgemeinden gehören. „Egal was ich tue, ich werde meinem Nachfolger Schulden hinterlassen“, bedauert Krause. Doch das sei unvermeidlich. 

Es habe natürlich auch erfreuliche Entwicklungen gegeben. „Wir haben endlich einen neuen Baubetriebshof“, freut sich Krause. In seiner kommenden Amtszeit wolle er nun auch die Feuerwehren angehen und mit einem Bedarfsplan herausfinden, „was noch geht“. Nach diesen Worten fliegt sein letztes Sandsäckchen durch die Luft. Ein Jubeln tönt durch die idyllische Stille des Kurparks. Ein Treffer. Auf einen solchen Erfolg hofft Krause auch zur kommenden Kommunalwahl.

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