Bericht aus den Schaumburger Nachrichten
03.09.2026
Schlagabtausch um Eilsens Zukunft:
Krause und Grimmig über Einheitsgemeinde, Parkplätze und ÖPNV
STADTHAGEN/ SG EILSEN. In der Samtgemeinde Eilsen stehen sich bei der Bürgermeisterwahl Amtsinhaber Hartmut Krause und Herausforderer Ole Grimmig gegenüber. Beim Wahlforum zeigten sich Gemeinsamkeiten bei Feuerwehr und Fusion der Gemeinden – aber Streit über kostenpflichtige Parkplätze.

Foto: SN
Eilsens Samtgemeindebürgermeister Hartmut Krause (parteilos) und sein Kontrahent Ole Grimmig (SPD) haben sich beim SN-Wahlforum zu ihren Zielen geäußert. In vielen Punkten waren sich der 60-jährige Amtsinhaber und der 40-jährige Herausforderer bei den Fragen der Redakteure Stefan Rothe und Juliane Schwarz einig. Es gab aber auch unterschiedliche Ansichten.
Sowohl Grimmig als auch Krause halten eine Zusammenfassung der Feuerwehren prinzipiell für eine gute Idee. Grimmig, selbst Ortsbrandmeister in Ahnsen, habe dem zwar früher kritischer gegenübergestanden. Angesichts schwindender Ehrenamtlicher und auch aus finanzieller Sicht habe er seine Meinung jedoch inzwischen geändert.
Vom Kritiker zum Befürworter: Grimmig für Feuerwehrfusion
„Wir können nicht mehr kleingeistig in den Feuerwehren denken“, so Grimmig. „Natürlich müssen wir darüber nachdenken, die zusammenzulegen.“ Nun müsse beim Feuerwehrbedarfsplan geschaut werden, was benötigt werde – insbesondere, wie viele Feuerwehrgebäude.
Krause, der als ehemaliger Eilsener Gemeindebrandmeister ebenfalls um die Situation weiß, gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass mit den Wehren über die Pläne gesprochen werden müsse – ein Alleingang der Politik dürfe nicht dazu führen, dass weitere Freiwillige wegfallen. „Zudem müssen wir die Flächen haben, wo wir Feuerwehrhäuser bauen.“ Diese müssten strategisch gut platziert werden. Wie teuer das am Ende sein würde, dürfe jedoch angesichts der Sicherheitsrelevanz für die Bevölkerung keine große Rolle spielen. „Das ist eine Zukunftsfrage, die wir klären müssen“, so Krause.
Beide wollen neuen Anlauf bei Fusion
Ebenfalls zu klären ist aus Sicht beider Kandidaten eine Fusion der Eilsener Gemeinden. Nachdem diese im vergangenen Jahr bereits einmal scheiterte – die Gemeinde Luhden sprach sich dagegen aus –, sei das Thema dennoch nicht vom Tisch. Aus Sicht von Grimmig könnten auch Ehrenamtliche, etwa aus Feuerwehr, Politik oder DRK, dadurch leichter gebunden werden.
Auch Krause wolle das Thema „in der nächsten Legislaturperiode wieder anschieben“. „Wenn eine Gemeinde aber gut aufgestellt ist, Geld und gute Straßen hat, dann ist das schwer, sie zu überzeugen, wenn das Geld dann an andere geht.“ Grimmig warf Krause in dem Zusammenhang vor, zu passiv agiert zu haben. Dieser argumentierte mit der Souveränität jeder einzelnen Gemeinde, auf die ein Samtgemeindebürgermeister auch nicht zu viel Druck ausüben dürfe.
Deutlich differenzierter standen sich Krause und Grimmig bezüglich der Parkplatzsituation in der Samtgemeinde gegenüber. Grimmig forderte kostenpflichtige Parkplätze, etwa um Bürger an gefragten Plätzen wie am Rathaus freie Stellflächen garantieren zu können. Obendrein könne die Maßnahme „zu einem gewissen Teil zur Entlastung des Haushaltes beitragen.“
Krause entgegnete, dass kostenpflichtige Parkplätze dazu führen würden, dass sich das Problem lediglich in die Seitenstraßen verlagere. „Alle Parkplätze kostenpflichtig zu machen, halte ich für schlecht“, entgegnete er – auch, weil dadurch etwa die ansässigen Arbeitgeber Landesfinanzschule, Rentenversicherung und die Bückebergklinik verärgert werden könnten. Obendrein seien die Gemeinden und nicht die Samtgemeinde für diese Regelung zuständig. „Eine Parkgebühr fällt nicht rein in die Steuerkraft, also kommt das auch nicht der Samtgemeinde zugute, sondern wenn, dann der jeweiligen Gemeinde.“
Kostenpflichtige Parkplatzsituation: Krause spricht sich gegen flächendeckende Umsetzung aus
Der Bürgermeister favorisiere deshalb lieber Kurzzeitparkplätze. „Aber seitdem wir das Parken begrenzt haben auf drei Stunden, sieht doch das Remisengelände aus wie ein frisch gepflügter Acker“, widersprach Grimmig. Die dadurch resultierende „übermäßige Befahrung“ sei nicht der richtige Weg. Selbst die Feuerwehr habe bereits Probleme gehabt, durchzukommen. Die Fläche müsse frei sein, so Grimmig.
Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch, über ein Anrufbussystem nachzudenken, so der Bürgermeister. Zwar habe Eilsen tagsüber ein relativ gutes Bussystem. Gerade ältere und weniger mobile Menschen müssten aber auch die Gelegenheit bekommen, komfortabler von zu Hause abgeholt zu werden. Dazu brauche es aber Geld und ehrenamtliche Fahrer. Auch Grimmig sprach sich für einen Anrufbus aus.
Der SPD-Kandidat bemängelte derweil eine mangelnde Gossenpflege. Diese sei in den vergangenen Jahren sichtlich schlechter geworden. Das sei zwar nicht unbedingt nur Thema der Samtgemeinde, erwiderte Krause, aber „natürlich müssen wir als Samtgemeinde die Bürger anschreiben“. Aber auch die Gemeinden seien verpflichtet, „ihre Leute mal darauf hinzuweisen, dass sie ihre Gossen zu reinigen haben“.

